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Unser Ort "Erpel am Rhein" Aus der Geschichte Kaum ein Ort am Rhein gibt so die sonnige Lebensfreude und Heiterkeit des Mittelrheins wieder, wie das kleine Erpel am Fuß der steil zum Strom
abfallenden Erpeler Ley. Das Panorama des Ortes ist heute noch ähnlich zu erleben wie Merian es 1664 sah. Malerische Fachwerkbauten und freistehende Häuser in hochgelegenen
Gärten gruppieren sich um die spätromanische, dem hl.
Severinus geweihte Kirche. Sie wurde Mitte des 13. Jh's. erbaut. Der Innenraum der dreischiffigen Emporenbasilika ist von schöner rhythmischer Gliederung in farbenfreudiger Ausmalung. Die Kirche mit ihrem beherrschenden Turm ist im sogenannten rheinischen Übergangsstil erbaut: Das Untergeschoß des Turmes stammt vom Vorgängerbau, einer einfachen einschiffigen Kirche, die im 10. Jh. erbaut wurde. Nach einer Legende nahm dieses ältere Gotteshaus die Gebeine der Hl. Drei Könige auf, als der Erzbischof Rainald von Dassel sie 1164 von Mailand nach Köln brachte. Daran erinnern die drei Kronen im oberen Feld des Ortswappens. Die älteste Glocke der Pfarrkirche wurde 1388 gegossen; die weiteren stammen aus den Jahren 1531, 1641 und 1768. Vor der Kirche erhebt sich das Barockrathaus von 1780 mit kleinem Dachreiter. An dessen Stelle stand ein kleineres Bürger- und Gerichtshaus von 1624. Im 14. Jh. stand eine Fleischbank hier und der Kirchplatz war zu dieser Zeit Versammlungs- und Gerichtsplatz. Die Entstehung unseres Ortes liegt im Dunkeln und reicht nach Schätzungen von Historikern auf über 1500 Jahre zurück. Der Ortsname gibt uns etwas Auskunft. In alten Schriftstücken wird der Ort Herpilla, später Erpilla, dann Erpell genannt. Herpilla ist keltischen ursprungs und bedeutet "wiesenbewachsener Hügel", gemeint ist die Erpeler Ley. Die Menschen siedelten sich hier an, weil die Ley volle Südlage hat, und dadurch die Wiesen das erste Frühjahrsgrün für das Vieh hatten. Die älteste erhaltene Urkunde stammt vom Oktober 1167. In ihr wird berichtet, wie Erpel 1130 dem Kölner Domkapitel geschenkt wurde. In der ersten Hälfte des 13. Jh's. erhielt der Ort eine Befestigungsmauer am Rhein und einen dornenbewachsenen Graben landseits.
Im Jahre 1420 erhielt Erpel Marktrechte, es besaß eigenes Maß und Gewicht und der Wein war Handelsartikel Nr. 1. Viele Ansätze städtischer Entwicklung lassen sich feststellen, Stadtrechte erhielt Erpel jedoch nie. Bis 1803 war Erpel Sitz einer selbständigen Bürgermeisterei, der die Orte Erpel, Bruchhausen, Heister, Nieder-Kasbach und Orsberg angehörten. Innerhalb des halbkreisförmigen Mauerverlaufs finden wir eine Fülle von Fachwerkbauten, eine Folge schlichter meist traufenständiger Häuser entlang der Kölner Straße künden vom dörflich gebliebenen Charakter des Marktfleckens. Von besonders reichem Fachwerk ist das Haus Nr. 29. Es wurde von der Kölner Buchdrucker- und
Ratsfamilie Quentel im 17. Jh. erbaut. Weiterhin fällt das Haus Nr. 35 aus dem Jahre 1692 ins Auge. Der neben dem Fachwerkhaus befindliche Brunnenpfeiler gibt
dem Bauwerk ein einmaliges
Bild. Trotz starker Zerstörungen in den letzten Kriegsmonaten 1945 im Kampf um die Ludendorffbrücke , die den Südteil des Ortes besonders heimsuchten, konnte der Ort beim Wiederaufbau sein prägendes Bild erhalten. So schmücken die Rheinfront große Wohnbauten der Barockzeit in großen Gärten Der bedeutenste Bau ist der ehemalige Fronhof des Kölner Domkapitels mit sechsseitigen Gartenhaus von 1725. Der Marktplatz bietet eine reiche Kulisse aller jener Fachwerkbauten, die für die Mittelrhein-Region vom 17. bis 18. Jh. typisch sind. Die dreieckige Platzanlage schmücken eine mächtige Platane (gepflanzt 1887) und ein Brunnenpfeiler von 1753. |
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung der Ortsgemeinde Erpel.
Weitere Informationen rund um Erpel finden Sie unter: http://herrlichkeit-erpel.de